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Dänische Exportschlager 2: Arne Jacobsen
Erleben

Dänische Exportschlager: Arne Jacobsen

Heute habe ich für Euch Teil zwei der kleinen Serie „Dänische Exportschlager“. Heute geht es um Arne Jacobsen. Arne wen?

Arne Jacobsen (Foto: Wikipedia)
Arne Jacobsen (Foto: Wikipedia)

Arne Jacobsen ist in Sachen bekannter dänischer Exportschlager ein echtes Schwergewicht. Er hat überall auf der Welt bleibende Eindrücke hinterlassen. Arne Jacobsen, 1902 in Kopenhagen geboren und 1971 ebenfalls dort gestorben, ist oder war der wahrscheinlich bekannteste und weltweit geachtete dänische Architekt und Designer der Nachkriegszeit. Seine zahlreichen Bauwerke und auch seine vielfältigen Designobjekte werden dem modernen Funktionalismus oder Modernismus zugeschrieben.

Seine Arbeiten lassen deutlich den Einfluss durch Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier und durch das Bauhaus erkennen. Arne Jacobsen gilt als schon fast pedantischer Perfektionist und Workaholic. Er soll quasi fast immer gearbeitet haben. 

Perfektionismus bis ins Detail

Schauen wir uns ein paar seiner Bauwerke an. Im Jahr 1956 entwarf er mit dem SAS Royal Hotel in Kopenhagen den ersten Wolkenkratzer der dänischen Hauptstadt. Und hier schlug sich der schon erwähnte Perfektionismus nieder, denn Jacobsen entwarf und plante nicht nur das Gebäude.

SAS Hotel Kopenhagen, das erste Hochhaus der dänischen Hauptstadt (Foto: Wikipedia)
SAS Hotel Kopenhagen, das erste Hochhaus der dänischen Hauptstadt (Foto: Wikipedia)

Er entwickelte und konzipierte zusätzlich alle Details der Innenausstattung bis zur den Möbeln und Textilien sowohl in Räumen wie der Lobby als auch den einzelnen Hotelzimmern. Sogar das Besteck in den Restaurants des Hotels hat er gestaltet. Wie schon beschrieben war Jacobsen ein Verfechter des Funktionalismus, bei dem das ästhetische Design vom Verwendungszweck eines Gebäudes oder des Objektes bestimmt wird. Die Form folgt damit der Funktion. 

Auch die gesamte Innenausstattung des  SAS Hotels hat Jacobsen konzipiert und gestaltet. (Foto: Wikipedia)
Auch die gesamte Innenausstattung des SAS Hotels hat Jacobsen konzipiert und gestaltet. (Foto: Wikipedia)

Jacobsen hat diverse Häuser und Bauwerke entworfen. Sogar so funktionale Dinge wie eine Tankstelle. Und auch über dänische Sommerhäuser hat er sich Gedanken gemacht und mit „Kubeflex“ eine Art Modulsystem entwickelt, aus dem man Ferienhäuser unterschiedlicher Größen zusammenbauen könnte. Wenn Du dir „Kubeflex“ anschauen willst, kannst Du das im Trapholt-Museum in Kolding machen.

  • Ob Tankstelle oder modularer Ferienhaus, Arne Jacobsen hat vieles entworfen. (Foto: Wikipedia)
  • Dänische Exportschlager: Arne Jacobsen 1

Bauwerke auch in Deutschland

Jacobsen plante und entwickelte auch in Deutschland viele Gebäude wie die Mustersiedlung aus Bungalows für das Südliche Hansaviertel in Berlin. Er hat weiterhin das Rathaus der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt Mainz hier in meiner Heimat Rheinhessen entworfen. Geplant zwischen den Jahren 1968 und 1970 und gebaut von 1970 bis 1974 ist dieses Gebäude ein sehr gutes Beispiel für den Modernismus der Nachkriegszeit. Jacobsen hat die Fertigstellung nicht mehr erlebt, er ist ja, wie beschrieben, 1971 gestorben.

Das von Arne Jacobsen Ende der 1960er Jahre entworfene Rathaus in Mainz. (Foto: Wikipedia)
Das von Arne Jacobsen Ende der 1960er Jahre entworfene Rathaus in Mainz. (Foto: Wikipedia)

In Mainz ist man mit diesem Bauwerk derzeit nicht so glücklich, weil es durch Baumängel massiv renovierungsbedürftig ist. Das Gebäude steht als Architekturdenkmal unter Schutz. Deshalb sind Forderungen wie „abreißen und etwas neues bauen“ mancher politischer Kräfte irrelevant. Aber die nötige und mittlerweile angelaufene Renovierung und Modernisierung dieses monumentalen Gebäudes direkt am Rheinufer muss dem Denkmalschutz entsprechen. Das die Renovierung des Jacobsen-Baus über 100 Millionen Euro kosten soll, sorgte in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt für einigen politischen Zündstoff. Mittlerweile sind die Geldsorgen in Mainz dank der Gewerbesteuereinnahmen durch die Biontech-Milliarden dank des Corona-Impfstoffes deutlich kleiner geworden. 

Das Rathaus hier noch vor der Renovierung. (Foto: Wikipedia)
Das Rathaus hier noch vor der Renovierung. (Foto: Wikipedia)

Aber zurück zu Arne Jacobsen, der ja nicht nur Architekt, sondern eben auch Designer war. Als solcher war Jacobsen eher organischen und an die Natur angelehnten Formen verbunden. Er schuf Schreibtischlampen, Wanduhren aber vor allem zahlreiche Sitzmöbel, die auf Namen wie „Die Ameise“, „Das Ei“, „Der Schwan“, „Grand Prix“ oder „Serie 7“ hören. Alle diese Möbel werden heute noch immer hergestellt. Die stapelbaren Stühle der „Serie 7“ wurden bis heute mehr als fünf Millionen mal verkauft. Und wenn Du den Lounge-Sessel „Das Ei“ kaufen möchtest, musst Du für die einfachste Variante mindestens 6700 Euro ausgeben.

  • Stühle und Sessel entworfen von Arne Jacobsen. (Fotos Wikipedia)
  • Stühle und Sessel entworfen von Arne Jacobsen. (Fotos Wikipedia)
  • Stühle und Sessel entworfen von Arne Jacobsen. (Fotos Wikipedia)
Dieses von Arne Jacobsen entworfene Besteck flog sogar ins Weltall ... zumindest in Stanley Kubrick Kinofilm  "2001 - Odyssee im Weltall". (Foto Wikipedia)
Dieses von Arne Jacobsen entworfene Besteck flog sogar ins Weltall … zumindest in Stanley Kubrick Kinofilm „2001 – Odyssee im Weltall“. (Foto Wikipedia)

Das von Arne Jacobsen entworfene Essbesteck mit dem Namen „AJ“ – AJ sind seine Initialen – schaffte es dank Stanley Kubrick sogar auf die Kinoleinwand, denn es wurde in dem 1968 gedrehten Science-Fiction-Film „2001 – Odyssee im Weltraum“ als Requisite verwendet. Auch dieses Besteck kannst Du heute noch immer kaufen und es sieht, wie Du auf dem Bild siehst, sehr futuristisch aus. 

Du siehst, es gibt viel Faszinierendes über Arne Jacobsen zu erfahren und hier in diesem Blogbeitrag haben wir nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs betrachtet. Es gibt eine offizielle Webseite zu und über Arne Jacobsen: https://arnejacobsen.com

Hier dieser Beitrag noch einmal als Video:

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Wenn es um dänisches Design geht, darf ein witziges Stück nicht fehlen. Der „Hoptimist“. Den gibt es in unzähligen Varianten aus Kunststoff, Metall und Holz und diversen farben und Designs.

Bevor die Hoptimisten das Licht der Welt erblickten, war der dänische Holzdrechsler Hans Gustav Ehrenreich in seiner Werkstatt in Stilling tätig. Es war in den späten 1950er Jahren, und in der kleinen Werkstatt „Ehrenreichs Trækunst“ kannte die Fantasie keine Grenzen. Kein Produkt glich dem anderen. In den späten 1960er Jahren schuf Ehrenreich die ersten Prototypen für Birdie, Bimble und Bumble.

Bald wurden Ehrenreich und seine Hoptimisten so beliebt, dass die kleine Werkstatt nicht mehr mit der Produktion hinterherkam.

Lesenswert: Jelling, hier steht die Wiege Dänemarks

Letzte Aktualisierung am 26.08.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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