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Einer der Trolle namens „Sigurd“ steht … eigentlicg fährt er eher … in Mørke, nördlich von Aarhus. (Foto: Andreas Reitz)
Erleben

Trolle jagen in Dänemark

Dänemark ist voller toller Trolle! Der Schöpfer dieser oft riesigen Skulpturen ist Thomas Dambo. Thomas Dambo ist ein Künstler der in oder eher bei Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen lebt. Thomas hat sich bei seiner Kunst vor allem der Nutzung von recycelten Materialien verschrieben. Und so macht er daraus schöne und lustige Skulpturen und Installationen. Seine Idee dahinter ist, die Menschen dazu zu inspirieren, Spaß zu haben und Müll nicht als wertlos, sondern als nutzbare Ressource zu betrachten.

„Den Kæmpestore Troldefolkefest“ (Das Große-Trolle-Volksfest)

Eines seiner großen Projekte sind die großen Trolle aus Holz, die er nicht nur überall in Dänemark sondern weltweit aufbaut. Im Juli habe ich während des Urlaubs in Aarhus vier dieser Trolle, die in der Nähe der zweitgrößten dänischen Stadt zu finden sind, besucht. In einem Umkreis von circa 100 Kilometern um Aarhus kannst Du die Trolle an einem Tag besuchen und bewundern. Hier in diesem Video stelle ich Dir dieser vier Trolle vor

Die Trolle von Thomas Dambo findest Du am besten auf seiner “Trollkarte“. Auf der sind die Standorte und die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Skulptur zu finden. Auf seiner Webseite https://thomasdambo.com informiert er über seine Arbeit und Projekte. Auch auf Youtube, Facebook und Instagram ist er zu finden.

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Wie man sieht, stehen Thomas Dambos Trolle nicht nur in Europa sondern auch den USA.

Was ich an seiner Arbeit toll finde ist, dass sie nicht in Museen “eingesperrt“ ist, sondern sozusagen öffentlichen Raum einnimmt und in diesem stattfindet. Die Trolle können nicht nur frei und ohne Eintritt oder Öffnungszeiten besichtigt werden. Sie können auch “bespielt“ werden, indem beispielsweise Kinder darauf herum klettern. Sie sind nicht eingezäunt, kein Schild sagt “Berühren verboten“.

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Trolle, wohin man schaut. Auf der Trollmap sind nicht nur die dänischen sondern alle weltweiten Standorte zu finden.

Natürlich hat diese Öffentlichkeit und Umwelt auf Einfluss auf die Trolle. Einer, den wir besichtigt haben, muss beispielsweise renoviert werden und war daher mit rotweißem Flatterband abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen, die auf die Reparaturen hinweisen und deshalb darum bitten, vorerst nicht auf dem Troll herum zu klettern.

Trolle aus rohen Brettern und Balken

Die Holzskulpturen sind aus rohen Brettern und Balken gebaut, die nicht aufwändig mit Schutzfarbe oder ähnlichem konserviert werden, das heißt, die Trolle “altern“ auch in und mit ihrer Umgebung.

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Klickt man einen Standort an, erfährt man die Details über die Trolle und sieht entsprechende Fotos.

Trolle “stehen nicht prominent“

Was mir außerdem gut gefällt ist, das Thomas Dambo seine riesigen Holz-Trolle nicht an “prominenten“ Plätzen aufstellt. Also in großen bekannten Stadtparks oder so. Nein. Im Gegenteil, er versteckt sie bewußt an unspektakulären Orten, damit die Menschen sie suchen und “jagen“ können, um sie zu bestaunen.

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„Sigurd“ beispielsweise rast auf seinem Kleinwagen wie auf einem Bobbycar eine Hang bei dem winzigen Dorf Mørke eine steile Wiese hinunter. Mørke ist quasi ein Dörfchen, denn es hat nicht einmal 2000 Einwohner. Es ist kein Touristenziel und hat außer einer Kirche aus dem Mittelalter ehrlich gesagt nicht viel zu bieten. Aber in Mørke findest Du gleich zwei von Thomas Dambos Trollen, denn neben „Sigurd“ ist dort auch noch „Ben Chiller“ zu finden.

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„Ben Chiller“

Ein anderer Troll – eigentlich gleich zwei in einer Skulptur – namens “Simon und Anine“ sind an einer banalen Einfallstraße nach Aarhus zu finden. Sie sitzen auf einer Wiese am Straßenrand, hinten dran große Märkte und Fastfood-Läden. Also auch diese Skulptur ist an einem “ordinären“ und alltäglichen Ort zu finden. Damit, so finde ich, erfahren die auf den ersten Blick unspektakulären Standorte eine besondere Wertschätzung durch Dambo, weil er seine Kunst eben in den Alltag und in solche Regionen und Gegenden bringt. Mit “Anna of Green“ steht sogar eine der Trollfiguren in Deutschland und zwar im Süden von Hamburg.

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Anna of Green steht im Süden von Hamburg

Happy City Bird

Natürlich baut Thomas Dambo nicht nur Trolle, er hat weitere laufende Kunstprojekte. Eines nennt sich “Happy City Bird“ und läuft bereits seit 2006. Seit diesem Jahr hat Thomas Dambo mehr als 3500 Vogelhäuser in verschiedenen Formen und Farben auf der ganzen Welt gebaut und installiert. Einige stellten er und seine Mitarbeiterselbst her, während andere in verschiedenen Workshops von anderen Menschen mitgestaltet wurden. Die Vogelhäuser werden mal in der Gegen drapiert, mal zu komplexen Skulpturen zusammen gestellt und bevölkern Städte, um Vögeln als Behausung zu dienen. Kunst und Naturschutz im Einklang. Eine tolle Idee.

Happy Wall

Ein weiteres Projekt nennt sich “Happy Wall“. Dabei werden mit Scharnieren bunte Klapptafeln auf einer großen Wand angeordnet. Diese kann man dann auf und zu klappen und damit die Wand gestalten. Am besten versteht man das mit einem der Videos, die Thomas Dambo dazu gemacht hat.

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