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Die Sammlung im Eisengießerei-Museum bietet eine riesenhafte Auswahl an Holzöfen und Holzheizungen aus allen Epochen. In früheren Jahren waren Öfen auf reichhaltig und aufwändig verziert und gestaltet. (Foto: Andreas Lerg)
Erleben

Støberimuseet – Eisengießerei-Museum in Nykøbing Mors

In Nykøbing Mors findest Du mitten in der Innenstadt in einem historischen Industriebau das „Støberimuseet“, das dänische Eisengießerei-Museum. Auf der Webseite wird dieses wie folgt (übersetzt) beschrieben: „Das Gießereimuseum ist ein Museum zur Industriegeschichte und Arbeiterkultur rund um die Eisengießerei.“ Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei beim Ofenbau und der Produktion von Kochgeschirr.

Das Museum ist am historisch passenden Ort zu finden, denn auf dem alten und jetzt zum Museum umgestaltete Fabrikgelände mit seinen Gebäuden befand sich die „Morsø Jernstøberi“ also die Mrosø Eisengießerei. Genau hier, mitten in der Innenstadt von Nykøbing Mors, wurden ab 1853 alle möglichen Gußeisenprodukte hergestellt. Zum einen Holzöfen und auch Töpfe, Pfannen, aber auch andere Dinge.

Die Sammlung bietet eine riesenhafte Auswahl an Holzöfen und Holzheizungen aus allen Epochen. In früheren Jahren waren Öfen auf reichhaltig und aufwändig verziert und gestaltet. (Foto: Andreas Lerg)
Die Sammlung bietet eine riesenhafte Auswahl an Holzöfen und Holzheizungen aus allen Epochen. In früheren Jahren waren Öfen oft reichhaltig und aufwändig verziert und gestaltet. (Foto: Andreas Lerg)

Eisengießerei bis Anfang der 1990er Jahre mitten in der Stadt

Die Produktion blieb bis 1993 an diesem Standort, dann zog das Unternehmen an den Stadtrand in moderne Produktionsstätten um und der alte Standort wurde in ein Museum verwandelt. Das weitläufige Fabrikgelände wurde umfassend saniert, zahlreiche Gebäude riss man ab, um neue Gebäuden und anderem Platz zu machen. Aber einige der historisch schönsten Fabrikgebäude blieben bestehen und beherbergen heute das Museum für Eisengießerei und auch die öffentliche Bibliothek. Das Museum zeigt, welche enorme Bedeutung die Morsø Jernstøberie für die Region und auch auf nationaler Eben hatte.

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Ein wesentliches Standbein waren schon immer Holzöfen zum heizen und auch holzbefeuerte Herde für die Küche. Heute fertigt das Unternehmen, das sich mittlerweile nur noch „Morsø“ nennt, Holzöfen, Gartenkamine, Feuerschalen aber auch Gas- und Elektrogrills und Zubehör an. Wie die Ausstellung zeigt, gehörte früher aber auch Kochgeschirr zum Sortiment, vor allem Töpfe und Pfannen, die auch farbig emailliert angeboten wurden.

Diese uralten Bügeleisen würden heute so manchem Bodybuilder als Hantel taugen. Diese massiven Stahlklötze aus Gusseisen - Gewicht circa 12 bis 15 Kilo - wurden früher auf einem Ofen stark erhitzt und dann wurde damit bügelfeuchte Wäschen "geplättet". (Foto: Andreas Lerg)
Diese uralten Bügeleisen würden heute so manchem Bodybuilder als Hantel taugen. Diese massiven Stahlklötze aus Gusseisen – Gewicht circa 12 bis 15 Kilo – wurden früher auf einem Ofen stark erhitzt und dann wurde damit bügelfeuchte Wäschen „geplättet“. (Foto: Andreas Lerg)

Aber auch Bügeleisen wurden hergestellt. Vor allem solche, die man auf einem Ofen aufheizte und später solche, die man mit glühenden Kohlen befüllte. Wenn Du so ein altes Bügeleisen anzuheben versuchst, merkst Du, das Hausarbeit früher wohl körperlich sehr anstrengend war. Die Dinger wiegen locker 12 bis 15 Kilo, denn sie sind aus massiven Gusseisen.

Tipp: Das dänische Eisenbahnmuseum in Odense.

Eisengießerei-Museum zeigt hunderte Öfen aus allen Epochen

Im Museum siehst Du zahlreiche Öfen. Ach was zahlreiche, es sind etliche hunderte Öfen! Mal sind es aufwändig verzierte, historische Holzöfen, die in so manchem Haus feiner und wohl auch wohlhabender Leute gestanden haben werden. Mal funktionale und eher schlicht gestaltete Öfen und dann mal riesige Heizanlagen, die eher für große Gebäude zum Einsatz kamen. Du kannst eindrucksvoll sehen, wie Öfen sich entwickelt haben. Wie sie Bestandteil der Wohnausstattung waren und beispielsweise auch Stellflächen für Wasserkessel und ähnliches hatten. Du siehst, wie sich die Öfen im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt haben, um effizienter zu heizen.

Im Laufe der Entwicklung wurden modernere Öfen funktionaler aber auch hässlicher. Und sie wurden effizienter beispielsweise über Wärmetauscher in Rippenform, die mehr Wärme an die Umgebung abgaben. (Foto: Andreas Lerg)
Im Laufe der Entwicklung wurden modernere Öfen funktionaler aber auch hässlicher. Und sie wurden effizienter beispielsweise über Wärmetauscher in Rippenform, die mehr Wärme an die Umgebung abgaben. (Foto: Andreas Lerg)

Aber Du siehst auch die alten Werkzeuge, Maschinen und Geräte, die bei der Eisengießerei und beim Bau der Öfen aber auch zur Produktion von Töpfen und Pfannen verwendet wurden. Du siehst Videos von alten Filmaufnahmen aus der Produktion. Du siehst, wie Eisen in großen Schmelzöfen verflüssigt, in Gußtiegel abgefüllt und dann in Formen gefüllt wurde.

Tipp: Hier steht die Wiege Dänemarks.

Ein Video zeigt, wie eine Form mit der Hilfe von Gießsand hergestellt wird und wie diese Form dann mit Eisen gefüllt wird, um so ein entsprechendes Formteil entstehen zu lassen. Neben den Videos findest Du auch zahlreiche Fotos und Texte in Dänisch und Englisch. Du gewinnst einen umfassenden Einblick in die Methoden und Produktionsbedingungen der letzten knapp 170 Jahre der Firmengeschichte dieser Eisengießerei.

Viele alte Werkzeuge, Maschinen und Geräte lassen Dich erahnen, wie der Arbeitsalltag früher ausgesehen haben muss. (Foto: Andreas Lerg)
Viele alte Werkzeuge, Maschinen und Geräte lassen Dich erahnen, wie der Arbeitsalltag früher ausgesehen haben muss. (Foto: Andreas Lerg)

Feuriger Weihnachtsmarkt

Als wir am Sonntag, dem 4. Dezember 2022, da waren, fand im Hof des Komplexes gerade ein kleiner aber feiner Weihnachtsmarkt statt. Dort standen etliche Holzöfen, Gartenkamine und Feuerschalen. Und Du konntest Dir dort beispielsweise selbst Pfannkuchen über offenem Feuer backen. Oder Marshmallows an einem Spieß im Feuer rösten. Es gab leckeres „frisch aus dem Feuer“.

Pfannkuchen backen über offenem Feuer, ein Spaß für Jung und Alt gerade bei der winterlichen Kälte. (Foto: Andreas Lerg)
Pfannkuchen backen über offenem Feuer, ein Spaß für Jung und Alt gerade bei der winterlichen Kälte. (Foto: Andreas Lerg)

Auch im Museum selbst fand ebenfalls der Weihnachtsmarkt statt, denn überall zwischen den Ausstellungstücken und auf freien Flächen waren kleine Verkaufsstände, an denen Du weihnachtliches, dekoratives oder auch appetitlichen erstehen konntest.

Eine Pferdekutsche brachte Gäste aus der Fußgängerzone zum Museum und wieder zurück. (Foto: Andreas Lerg)
Eine Pferdekutsche brachte Gäste aus der Fußgängerzone zum Museum und wieder zurück. (Foto: Andreas Lerg)

Hier findest Du das Museum:
Danish Foundry Museum
Nørregade 13
7900 Nykøbing Mors
Phone: +45 97723421

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