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Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)
Dette og det

Delfin im Hafen von Svendborg – faszinierend

Ein Delfin in Dänemark? Hier ist die Geschichte: Es war im Dezember 2019. Im Urlaub auf der dänischen Ostseeinsel Fyn (Fünen) waren wir nach Svendborg gefahren, um uns diese hübsche kleine Stadt anzuschauen. Auf der vergeblichen Suche nach dem „Museums-Hafen“ waren wir gerade ziellos im Hafen von Svendborg durch den fiesen Nieselregen gestapft und schon ziemlich nass und leicht “angefroren“. Wir wollten gerade zum Auto zurück und gingen über eine Brücke, da platschte es neben uns im Hafenbecken laut hörbar und im Augenwinkel sah ich etwas großes aus dem Wasser empor schießen und wieder eintauchen.

Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)
Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)

Da vergnügte sich doch tatsächlich ein Delfin im Wasser des Hafenbeckens und spielte sozusagen mit seinem Mittagessen, denn er hatte einen Fisch im Maul. Und den warf er ab und an hoch in die Luft und fing ihn dann geschickt wieder auf. Schnell sammelte sich eine ganze Schar Möwen auf dem Brückengeländer und schauten zu. Die spekulierten wohl darauf, dem in dieser Region durchaus nicht heimischen Tümmler von dieser Mahlzeit etwas abluchsen zu können.

Natürlich habe ich sofort die Kamera aus dem Rucksack geholt. Das 70-300er Telezoom war zum Glück schon oder noch drauf und das schwimmende Fotomodell hat uns nicht enttäuscht und uns eine tolle Show geboten. Der Delfin ließ sich durch unsere Anwesenheit und ein paar wenige weitere Menschen, die bald am Brückengeländer standen, nicht beeindrucken und stören.

Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)
Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)

Ein Delfin – kein Schweinswal

In der ursprünglichen Version dieses Beitrages, den ich damals im Dezember 2019 auf meiner Seite Lerg-Lichtbilder veröffentlicht habe, hatte ich zunächst von einen Schweinswal geredet oder besser geschrieben. Denn Schweinswale sind in der Nord- und auch Ostsee durchaus heimisch und die habe ich in mehreren Dänemarkurlauben auch schon gesehen. Laut Wikipedia sind Schweinswale die mit Abstand häufigsten Wale in der Nord- und Ostsee und deutsche sowie dänischen Küstengewässern und in den Küstenregionen der ganzen Nordhalbkugel heimisch.

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Doch der Bestand ist leider rückläufig und schuld daran ist der Mensch. Viele Schweinswale ertrinken in Fischernetzen, weil sie nicht mehr zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Zudem trägt die Verschmutzung der Meere zum Schwund der Bestände bei. Auch deshalb steht der Schweinswal in allen europäischen Staaten unter Naturschutz und ist im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet.

Delfin im Hafen von Svendborg - faszinierend 2

Kennst Du schon mein Dänemark-Quizz?

Doch mir kam dieses Tier dort im Hafen von Svendborg damals direkt viel zu groß und “wuchtig“ vor, denn Schweinswale sind zierlicher. Meine Recherche hat dann auch ergeben, dass es sich hier tatsächlich um einen Delfin handelt. Sowohl die Größe des Tieres von über zwei Metern und die Form der Schnauze sprechen dafür. Schweinswale werden eher im Schnitt 1,60 Meter groß. Sie wirken zierlicher, etwas “Torpedo-förmiger“ und ihre Schnauze ist deutlich runder, kürzer und ohne den hier in den Bildern erkennbaren, ausgeprägten „Absatz“. Auch die Schwanzflosse eines Schweinswals ist deutlich kleiner, als die, dir wir hier im Bild sehen.

Mittlerweile habe ich meine Sichtung auch dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gemeldet, die eine Sichtungskarte betreiben und solche Meldungen annehmen.
Mittlerweile habe ich meine Sichtung auch dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gemeldet, die eine Sichtungskarte betreiben und solche Meldungen annehmen.

Auswirkung des Klimawandels

Meine Sichtung hatte ich dann auch bald dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gemeldet. Dieses Museum betreibt im Internet eine Karte, auf der die Sichtungen diverser Meeressäugetiere erfasst und dargestellt werden. Das Museum nimmt solche Meldungen an und freut sich dabei auch über eingesendete Fotos. Ein Mitarbeiter des Museums hat mir per E-Mail dann auch bestätigt, dass es sich in der Tat um einen Delfin handelt. Der Klimawandel sorge demnach dafür, dass diese großen Tümmler immer häufiger gen Norden wandern und damit dann eben auch in Nord- und Ostsee zu sehen sind.

Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)
Ein Delfin im Hafen von Svendborg auf der dänischen Insel Fyn. (Foto: Andreas Lerg)
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