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Das Freistehen und Wildcampen ist längst nicht überall erlaubt. Oft auch da nicht, wo es im Internet behauptet wird. Also vorher erkundigen anstatt nachher ein Bußgeld an der Backe zu haben. (Foto: Andreas Lerg)
Tipp

Freistehen und Wildcampen in Skandinavien? Die Wahrheit zum Jedermannsrecht!

„Freistehen und Wildcampen in Skandinavien? Ja klar, kein Ding. Ist überall erlaubt. Da gibt es das Jedermannsrecht und damit ist alles erlaubt.“ So erklärt es so mancher Camper und vor allem hippe Vanlifer, wenn danach gefragt wird, ob man in Dänemark, Schweden, Norwegen oder Finnland – eben in Skandinavien – mit dem Camper-Van, Wohnmobile oder Wohnwagen in der freien Natur stehen darf.

Dann sind da einige bestimmte – nicht alle!! – Camping-Influencer mit ihren aufwändig produzierten Hochglanz-Videos, die ihr komplettes Vanlife verfilmen. Du weißt schon, die, bei denen alles happy, cool und gechillt ist, während sie monatelang durch die Welt reisen. Bei denen „vom 9 to 5-Worklife ins freie Leben gewechselt“ wird. Diejenigen, die „die Welt ungefiltert erleben“ und „in andere Kulturen eintauchen“ wollen. Die, die nur über die Sonnenseiten dieses „Van-Lifestyles“ berichten.

Die bei denen nie Thema ist, wie sie das monatelange Reisen mit Anfang bis Mitte 20 finanzieren. Die dir nie zeigen, das Camping oder Leben im Wohnmobil auch alltägliche, anstrengende, langweilige oder unansehnliche Seiten hat. Das Du nicht immer nur an „Traum-Locations“ stehst und in den Sonnenuntergang schaust, sondern manchmal auf einem stinknormalen Campingplatz, einem ordinären Parkplatz an der Autobahn oder in einem hässlichen Vorort einer größeren Stadt.

Dänemark – Gekommen um zu bleiben – eine Buchrezension.

Dann diese Offroad-Survival-Typen in olivgrünen Militär-Tarnfleck-Klamotten mit ihren Geländecampern, die durch Unterholz fräsen und „Bushcraft“ machen. All diese Typen siehst Du dann, wie sie mit ihrem rollenden Appartement mitten in unberührter Natur an einem wunderschönen, fotogenen See in Schweden oder Fjord in Norwegen stehen, Lagerfeuer und dutzende Selfies „für Insta“ machen und so weiter. Immer getreu dem vorgenannten Motto: „Da gibt es das Jedermannsrecht und damit ist alles erlaubt, was ich will.“

Die Realität – nennen wir es die Wahrheit – in Sachen Jedermannsrecht, Freistehen und Wildcampen in Skandinavien sieht definitiv anders aus. Genau das wollen wir uns heute in einer kurzen Übersicht anschauen. Das, damit Du dann Skandinavien „rechtssicher“ und ohne unschöne Überraschungen mit der dortigen Polizei erleben kannst. Fangen wir mal mit Norwegen an.

Norwegen und das „Allemannsretten“

Lofoten in Norwegen. (Foto: Ormseth via Pixabay)
Lofoten in Norwegen. (Foto: Ormseth via Pixabay)

Das Jedermannsrecht, auf Norwegisch „Allemannsretten“, erlaubt die umfangreiche, aber nicht allumfassende und völlig uneingeschränkte Nutzung der „offenen“ Natur für jedermann. Als offene Natur wird nicht eingezäuntes und nicht bewirtschaftetes Land betrachtet, das nicht in Privatbesitz ist. Darunter fallen die meisten Landschaften wie Küste, Berge, Wälder oder Moore. Wenn inmitten landwirtschaftlich bewirtschafteter Fläche eine kleine unbewirtschaftete „Insel“ zu finden ist, fällt diese in der Regel nicht unter das Jedermannsrecht.

Als „eingezäuntes“ Land, sprich Flächen in Privatbesitz, werden auch bewirtschaftete Ackerflächen betrachtet, selbst wenn dort faktisch kein Zaun darum herum steht. Gepflügte oder bepflanzte Felder und Äcker, Wiesenflächen oder Viehweiden gehören ebenso dazu, wie offene Gärten. Baugrundstücke oder Industrieflächen fallen ebenfalls nicht unter das Jedermannsrecht, sondern zählen logischerweise als Privatgrund. Diese sind daher tabu. Die einzige Möglichkeit, sich dort wie auch immer aufzuhalten ist, den Besitzer um Erlaubnis zu fragen und sich an dessen Spielregeln zu halten. Merksatz: „Willst Du auf der Wiese stehen, musst Du erst zum Bauern gehen.“

Was ist in Norwegen erlaubt und was nicht?

Nachdem wir geklärt haben, welche Flächen vom Jedermannsrecht erfasst sind und welche nicht, steht die nächste Frage im Raum: Was ist nach dem Jedermannsrecht auf diesen Flächen erlaubt und zulässig? Und vor allem was eben nicht!?

Das Jedermannsrecht, das seit 1957 im norwegischen Gesetz fest verankert ist, stammt aus einer Zeit, in der es den Autoverkehr und damit Wohnwagen und Wohnmobil nicht gab. Daher sieht dieses Jedermannsrecht diese Campingform im Prinzip nicht vor, sondern gilt dem Aufstellen von Zelten. Das Jedermannsrecht erlaubt Dir, in der offenen Natur ein Zelt aufzustellen und in diesem zu übernachten. Und auch dafür gibt es ein paar wenige, aber wichtige Regeln.

1. Das Zelt muss mindestens 150 Meter von bewohnten Häusern entfernt stehen und Du darfst nicht länger als zwei Tage dort campen.

2. Du musst die Natur unberührt und unverändert hinterlassen. Keinen Müll liegen lassen und keine abgebrannte Feuerstelle. Nicht hinter den Busch scheißen und das ganze zur Krönung mit Klopapier garnieren. Verlasse die Stelle so, als wärst Du nie dort gewesen.

Trotz des Jedermannsrechtes gibt es in der offenen Natur Bereiche, in denen das Camping gänzlich, also auch mit dem Zelt, verboten ist. Das ist in der Regel dann entsprechend ausgeschildert.

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Aber was ist mit Campervan, Wohnmobil und Wohnwagen? Für diese gilt das Jedermannsrecht nicht! Du darfst mit diesen Fahrzeugen eben nicht in der offenen Natur freistehen oder wildcampen. Du darfst auf öffentlichen Parkplätzen, Seitenstreifen an Straßen und ähnlichen „Verkehrsflächen“ stehen und übernachten, solange Du keine anderen Fahrzeuge oder andere behinderst. Das offene Campen, sprich Tisch und Stühle rausstellen, Markise ausfahren und draußen Kochen und so weiter ist aber nicht gestattet. Auf manchen Parkplätzen ist selbst das Übernachten verboten, was dann aber explizit ausgeschildert ist.

Wenn Du genau das ansprichst, hörst Du oft Aussagen wie diese: „Ja, aber das sehen die da nicht so eng“, oder „Das kontrolliert aber sowieso keiner“. Das sind schlechte Ratschläge, denn die örtliche Polizei setzt die geltenden Gesetze durchaus durch. Und wenn Du mit deinem Campingfahrzeug irgendwo stehst, wo das nicht zulässig ist, dann sind eben schnell eine entsprechende Geldstrafe und ein Platzverweis fällig.

Was ist mit Lagerfeuern?

Lagerfeuer sind in der offenen Natur vom 15. April bis zum 15. September definitiv verboten. Ausnahmen gelten nur für solche Flächen, die eine absolut geringe Brandgefahr haben. Beispielsweise der Strand an einem Meer oder speziell ausgewiesene und entsprechend ausgestattete und ausgeschilderte Feuerstätten. Bei Trockenheit und Brandgefahr dürfen außerdem keine Grills, Gasbrenner und ähnliche Kochgeräte mit offenem Feuer betrieben werden.

Bring Dein Brennholz am besten mit, von zuhause oder kaufe welches im Laden. Wenn Du vor Ort trockene Zweige und Äste findest, die am Boden liegen, darfst Du diese für ein Feuer verwenden. Was aber absolut gar nicht geht und verboten ist, ist das Fällen von Bäumen oder Abschneiden oder Abbrechen von frischen Zweigen. Zumal das frische Zeug viel zu feucht ist und deshalb nicht richtig brennt. Du bist von Anfang bis Ende für das Feuer verantwortlich. Nicht nur dafür, dass es sicher ist, während es brennt. Sondern außerdem für das Aufräumen und sauber machen danach.

Schweden und das Allemansrätt

Elch in Schweden. (Foto: idee-scheibe via Pixabay)
Elch in Schweden. (Foto: idee-scheibe via Pixabay)

Auch in Schweden gibt es das dort „Allemansrätt“ genannte das Jedermannsrecht schon seit ewigen Zeiten. Und 1994 hat das sogar Einzug in die schwedische Verfassung gefunden. In Schweden ist dieses Recht sogar etwas weiter gefasst, als in Norwegen, denn sogar privater Grundbesitz ist davon abgedeckt. Du darfst also auch auf offenem Privatgrund campen.

Was der norwegischen Regelung gleicht, ist, dass auch hier das „nichtmotorisierte Campen“, also das Übernachten mit dem Zelt gemeint ist. Hier sind ebenso maximal zwei Übernachtungen erlaubt, Dauercampen ist nicht zulässig. Ausnahmen sind die Nationalparks und Naturschutzgebiete, wo das Campen entweder komplett verboten oder nur in ausgewiesenen und ausgeschilderten Bereichen gestattet ist.

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Vergleichbar mit Norwegen sind in Schweden die Regeln für Wohnmobile und Wohnwagen. In Schweden hier darfst Du auf öffentlichen Parkplätzen und ähnlichen Verkehrsflächen stehen und im Fahrzeug übernachten. Hier sollte dabei wieder kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert werden. Und auch hier ist das offene Campen, also Tisch und Stühle rausstellen, draußen Kochen etc. nicht gestattet. Auf manchen Parkplätzen ist das Übernachten verboten, was dann aber explizit ausgeschildert ist. 

Es gibt eine Ausnahme: In Schweden darfst Du – solange es nicht per Schild verboten ist – auf einem Strand mit dem Wohnmobil stehen und darin übernachten.

Was das offene Feuer betrifft, gelten in Schweden die gleichen Maßgaben und Richtlinien, wie in Norwegen.

Worauf solltest Du in Schweden achten?

Wie schon erwähnt, darfst Du in Schweden im Prinzip auch auf Privatgrund campen. Dennoch solltest Du um Erlaubnis fragen, wenn ein „sichtbarer Besitzer“ erkennbar ist. Und auch hier gilt es, respektvollen Abstand von Häusern und Wohngegenden zu halten und sich anständig zu benehmen. Es ist keine gute Idee, auf einem Acker zu campen, selbst wenn es zulässig wäre. Denn wenn früh morgens der Landwirt mit dem Traktor zu Pflügen oder mit dem Mähdrescher zum Ernten kommt, wird er sich nicht für das Zeltlager auf seinem Acker begeistern. Selbstverständlich gilt auch in Schweden die Grundregel, dass Du die Naturfläche so verlässt, als wärest Du nie dortgewesen.

Finnland und das „Jokamiehen oikeudet“

Lappland in Finnland. (Foto: LTapsaH via Pixabay)
Lappland in Finnland. (Foto: LTapsaH via Pixabay)

In Finnland gibt es ebenfalls ein historisches und bis heute gültiges Jedermannsrecht, auf Finnisch „Jokamiehen oikeudet“. Abermals gilt das Campen wieder nur für die Übernachtung im Zelt, die in der Natur für maximal zwei Nächte erlaubt ist. Naturschutzgebiete, Nationalparks und Badestrände sind davon ausgenommen und für das Campen tabu. In vielen Nationalparks kannst Du Hütten mieten oder es stehen ausgewiesene offene Hütten zur freien Verfügung, um darin zu übernachten. Wie in Norwegen sind private Grundstücke nicht vom Jedermannsrecht abgedeckt und das Campen dort wird eventuell geduldet und sollte am besten nur mit Erlaubnis des Besitzers geschehen.

Die Spielregeln sind die gleichen wie in Norwegen und Schweden. Abstand halten von Häusern und Wohngegenden und sich in der Natur anständig und schonend zu verhalten. Wer Lärm macht oder Müll zurücklässt, muss mit scharfen Sanktionen rechnen, denn Finnland ist diesbezüglich sehr streng und konsequent. Für Wohnmobil und Wohnwagen gelten abermals die Regelungen, die wir schon für Schweden und Norwegen besprochen haben.

Hier im Test für dich: Park4Night und andere Stellplatz-Apps im Vergleich.

Lagerfeuer sind nicht durch das Jedermannsrecht gedeckt und zunächst erst einmal verboten. In der Regel darfst Du vor allem in den Nationalparks nur an explizit dafür ausgewiesenen Feuerstellen ein Lagerfeuer machen. Bei Gras- oder Waldbrandgefahr können offene Feuer in der betroffenen Region vollständig verboten sein.

Nein! Dänemark hat kein Jedermannsrecht

Camping auf einem Campingplatz in Dänemark. Die Markise ist draußen, Tisch und Stuhl stehen vor dem Wagen. (Foto: Andreas Lerg)
Camping auf einem Campingplatz in Dänemark. Die Markise ist draußen, Tisch und Stuhl stehen vor dem Wagen. (Foto: Andreas Lerg)

Auch wenn es immer wieder behauptet wird, in Dänemark gibt es KEIN Jedermannsrecht. Somit ist die oft gehörte Aussage „überall in Skandinavien gibt es das Jedermannsrecht“ definitiv falsch. In Dänemark ist das Wildcampen und Freistehen per Gesetz verboten. Wer das missachtet, riskiert Bußgelder, die bis auf 500 Euro klettern können.

Mit anderen Worten: Ob in der freien Natur und erst Recht in Naturschutzgebieten, im Wald, an Stränden oder am Straßenrand, das Zelten ist dort verboten und erst Recht das Stehen und Übernachten im Wohnmobil. Auf dieses Verbot wird vielerorts mit Schildern hingewiesen, doch es gilt selbst dann, wenn keine Schilder zu sehen sind. Grauzone sind Parkplätze. Wenn dort das Übernachten nicht explizit per Schild verboten ist, darfst Du dort in der Regel eine Nacht stehen und im Wohnmobil übernachten. Man billigt dem Fahrer hier zu, dass er sich ausruhen darf, um seine Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen. Aber dort mehrere Tage zu stehen und auch „aktives Campen“, also Stühle und Tisch rausstellen, Markise ausfahren etc., sind verboten.

Naturlagerplätze in Dänemark

Doch Dänemark bietet mit den zahlreichen „Naturlagerplätzen“ zumindest für die Übernachtung im Zelt einen Kompromiss an. Dort darfst Du in der Regel eine Nacht dein Zelt aufschlagen und übernachten. Weiterhin gibt es in Dänemark rund 200 zugelassene Waldstücke, in denen Du ebenfalls zelten darfst. Informationen findest Du auf dieser Webseite: de.naturstyrelsen.dk. Abermals gilt das wieder nur für die Übernachtung im Zelt und nicht für Wohnmobil und Wohnwagen!

Wer gerne zeltet, findet in Dänemark mit den Ølejr, den „Insellagern“ ein interessantes und typisch dänisches Angebot. Das sind explizit veranstaltete, offene Zeltlager meist auf den verschiedenen eher kleineren Inseln. Diese sind oft an ein Thema geknüpft wie beispielsweise Musik- oder Sportevents. Diese Zeltlager sind wie gesagt offen, Du kannst dort mitmachen. 

Kennst Du mein Dänemark-Quizz?

Das Thema Lagerfeuer erklärt sich durch die dänischen Regelungen zum Wildcampen und Freistehen fast von selbst. Es ist wenn dann nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, an denen man auch in der Natur campen darf. Und in Sachen Verhalten beim Campen in der Natur darfst Du dich an die gleichen Tipps halten, die wir hier im Text schon für die anderen Länder beschrieben haben. Verlasse den Naturlagerplatz so, als wärst Du nie dagewesen.

Ist Wildcampen und Freistehen in Skandinavien gefährlich?

Es gibt Länder vor allem im südlichen Europa, in denen Du gut beraten bist, nur auf umzäunten und gut geschützten oder gar bewachten, offiziellen Rastplätzen an der Autobahn und entsprechenden Campingplätzen zu übernachten. Stehst Du auf öffentlichen einfachen Parkplätzen oder irgendwo abseits in der Natur, kann es Dir sonst schnell passieren, dass Du ungebetenen Besuch bekommst. Wenn Du Glück hast, wirst du nur deiner Habseligkeiten beraubt. Doch auch Schlimmeres kann passieren.

Vor allem nachts schlagen die Täter auf Parkplätzen oder anderen ungeschützten Stellplätzen zu. Meist leiten sie durch einen Fensterschlitz oder die Türdichtung Betäubungsgas in einen Camper ein, um die Insassen außer Gefecht zu setzen. Dann wird eingebrochen und nach Geld und transportablen Wertsachen gesucht. Von solchen Taten wird aus Deutschland, aber vor allem Südfrankreich, Italien, Spanien oder beispielsweise+ dem Großraum um Prag berichtet. 

In Skandinavien bist Du in der Regel vor solchen Taten oder auch Randalierern recht sicher, denn die Kriminalität ist in diesen Ländern grundsätzlich deutlich niedriger. Dennoch kommen solche Überfälle ab und zu vor. So wird beispielsweise von den wichtigen Transitstrecken wie der E 6 zwischen Malmö und Göteborg häufiger von derartigen Überfällen berichtet. Dennoch sind diese Taten in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland um ein vielfaches seltener und die entsprechende Gefahr in den skandinavischen Ländern deutlich geringer, als in den genannten südeuropäischen Ländern. 

Æblekage – eine dänische Leckerei

Ein weiterer Aspekt dieser Frage wären wilde Tiere. Aber hier ist Skandinavien eher harmlos. Wenn Du unbedingt in den tiefsten Wäldern oder Steppenlandschaften in Schweden, Norwegen oder Finnland zeltest, wo Bären, Elche oder Wildschweine und Wölfe gewissermaßen ihr Wohnzimmer haben, kann es zu gefährlichen Zwischenfällen kommen. Aber sonst kannst du davon ausgehen, dass die wilden Tiere in der Natur am liebsten ihre Ruhe haben und Menschen daher meiden. Sie werden Dir ausweichen und solange Du sie nicht in die Enge treibst, wirst Du keine Begegnung haben, die gefährlich ist.

Der Elch wird eher auf der Straße gefährlich, wenn er diese überquert. Rammst Du mit dem Wohnmobil einen ausgewachsenen Elch, dann ist garantiert nicht nur der außer Gefecht. Solche Wildunfälle sind gefährlich und an den Straßen in den betroffenen Regionen solltest Du die Warnschilder mit dem Elch darauf durchaus ernst nehmen.

Eher lästig als gefährlich sind in bestimmten Jahreszeiten Mücken und andere stechende Insekten wie Wespen. Die treten in Skandinavien durchaus massig auf. Eine entsprechende Prophylaxe mit Mückenschutzspray oder Fliegengittern vor den Fenstern des Wohnwagens oder Wohnmobils ist daher sinnvoll.

Fazit: Das Jedermannsrecht ist kein „Du-darfst-alles-was-Du-willst-Recht“

Das Jedermannsrecht gibt es in einigen aber nicht in allen skandinavischen Ländern. Dort, wo es besteht, deckt es in Sachen Camping immer nur die Übernachtung im Zelt ab. Wer seinen Campervan, sein Wohnmobil oder sein Wohnwagengespann irgendwo in die Botanik rammt, dort Camping-Möbel im Freien aufstellt, offenes Feuer macht und regulär campt, bekommt früher oder später Ärger. Wenn Du in diesen Ländern mit deinem rollenden Apartment unbedingt abseits offizieller Campingplätze frei stehen willst, dann hole vorher unbedingt eine Erlaubnis ein. Entweder beim Besitzer des Grundstückes oder bei der lokalen Kommune.

Lass Dich nicht von angeblichen Kennern und Experten mit Sprüchen wie „das kontrolliert keiner“ oder „das wird geduldet, die sehen das nicht so eng“ in die Irre leiten. Das ist wie mit dem zu schnell fahren, das ebenfalls nur solange gutgeht, bis du geblitzt und zu Kasse gebeten wirst. Es gibt in Skandinavien Regionen, da ist man nach zahlreichen unschönen Erlebnissen vor allem mit jüngeren Vanlifern, die sich nicht benehme können, Campern gegenüber nicht mehr allzu wohlgesonnen eingestellt.

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