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Die E 45 in Dänemark bei Frederikshavn. Foto: Matthias Schalk / Wikimedia Commons
Kultur

Bloß nicht … Was Du in Dänemark besser bleiben lässt

Dänemark ist ja quasi neben an. Einfach oben bei Flensburg über die Grenze und schon ist man da. So manch einer denkt deshalb, das Dänemark quasi genau so wie Deutschland ist, nur eben mit einer anderen Sprache und einer anderen Währung. Doch spätestens wenn es darum geht, welche Länder und Einwohner die glücklichsten sind, wird einem klar, dass es da doch irgendwie einen Unterschied geben muss. Denn in dieser Rangfolge liegen die Dänen immer auf Platz eins oder aber mindestens auf einem der vorderen drei Plätzen (2022 auf Platz zwei nach den Finnen). Deutschland findet man immer weit abgeschlagen irgendwo auf einem zweistelligen Platz (2022 auf Platz 14). Es gibt Unterschiede zwischen Dänemark und Deutschland oder auch anderen Ländern.

Deshalb hier nun kurz und knapp einige Tipps zu genau diesen Unterschieden. Ganz konkret Tipps bezüglich der Dinge, die Du in Dänemark besser unterlassen solltest.

Bloß nicht … zu schnell fahren

In Deutschland gibt es viele, die ein Tempolimit beispielsweise auf Autobahnen oder Landstraßen nicht als Vorschrift, sondern eher als unverbindlichen Vorschlag oder gleich als Einschränkung ihrer Freiheit betrachten. Diese bekloppte und höchst schwachsinnige “Freie Fahrt für freie Bürger-Denke“ hat welche Folge: Diese Leute schei*en drauf und fahren schneller als erlaubt oder rasen wie von Sinnen über deutsche Autobahnen. Genau das solltest Du in Dänemark unbedingt bleiben lassen! Denn die Strafen für Rasen auf der Autobahn sind bei unseren Nachbarn im Norden deutlich höher und drakonischer als in Deutschland. Auf dänischen Autobahnen wie der E45 sind maximal 130 Km/h erlaubt und im Bereich von zum Beispiel Ausfahrten sind nur 110 Km/h gestattet. Auf Landstraße ist bei 80 Km/h Schluss. Wenn Du also ein (deutscher) Bleifußprolet bist, dann bist Du deshalb schnell einen richtig großen Teil Deiner Urlaubskasse los, wenn Du erwischt wirst. Und ja, es wird kontrolliert!

Und wenn Du besoffen am Steuer sitzt, dann lass Dir vor dem Alkohol lieber erst einmal folgendes durch den Kopf gehen: In Dänemark kostet das Überschreiten der Promillegrenze bis zu einem Netto­monats­lohn! Kein Gurt an oder Handy in der Hand am Steuer? Kostet umgerechnet 200 Euro. Parkverstöße werden ab 70 Euro aufwärts geahndet. Ab, nicht bis!

Bloß nicht … tagsüber ohne Licht fahren

Wenn Du nach Dänemark fährst und der entgegenkommende Verkehr betätigt tagsüber immer wieder die Lichthupe, dann hast Du wahrscheinlich das Licht an deinem Auto ausgeschaltet. In Dänemark ist das Tagfahrlicht Vorschrift. Also, sollte Dein Auto kein automatisches Tagfahrlicht haben, dann schalte auch tagsüber das Abblendlicht ein. Tust Du es nicht, könnte bei einer Kontrolle auch ein Bußgeld fällig werden.

Bloß nicht … die deutsche Fahne hissen

Der Dannebrog, also die Nationalflagge, ist den Dänen heilig und sie sind sehr stolz darauf. Zudem ist in Dänemark streng geregelt, welche Flaggen an den Masten vor den Häusern wehen dürfen und eben auch welche nicht. Natürlich darf dort der Dannebrog wehen und auch die Flaggen der anderen skandinavischen Ländern, mit denen Dänemark im skandinavischen Bund organisiert ist. Andere fremde Nationalflaggen, aber auch die Fahne Deines favorisierten Fussballvereins und so weiter, sind nicht nur nicht gerne gesehen, sondern im Prinzip verboten. Neben dem Unmut der Dänen kann Schwarz-Rot-Gold oder das Fussball-Wappen am weißen Mast vor Deinem Ferienhaus auch einen Besuch der Polizei nach sich ziehen. Mit Glück gibt es dann nur eine Ermahnung und Belehrung, mit Pech ein Bußgeld. Die Dänen nehmen dieses Thema und die entsprechenden Regeln üblicherweise sehr ernst.

Abbildung aus dem Armorial Gelre mit der ältesten bekannten Darstellung des Dannebrogs (um 1400). Abbildung: Wikipedia
Abbildung aus dem Armorial Gelre mit der ältesten bekannten Darstellung des Dannebrogs (um 1400). Abbildung: Wikipedia

Kennst Du schon mein Dänemark-Quiz?

Bloß nicht … über die Monarchie lästern

Dänemark ist eine parlamentarische Monarchie, das Königshaus beschränkt sich im Wesentlichen auf die Repräsentation. Die Dänen lieben das Königshaus und vor allem lieben sie ihre Königin Margarethe II. Sie sind stolz auf die Monarchie und nehmen es entsprechend übel, wenn Du über das Königshaus der Dänen oder die Monarchie lästerst. Solltest Du also eine antiroyalistische Einstellung haben, behalte diese am besten für Dich.

Bloß nicht … nur mit Euro zahlen wollen

Die Dänen haben bei der Währungsunion der EU nicht mitgemacht und sind ihrer Krone treu geblieben. In Städten und Touristenhochburgen wird der Euro zwar durchaus aus Kulanz gegenüber den Touristen akzeptiert, aber Du bekommst das Wechselgeld dann in Kronen ausgezahlt. Ob Du dabei einen guten Wechselkurs bekommst? Für die Dänen ist die Krone die einzig wahre Währung und der Euro wird längst nicht überall angenommen, zumal der Staat dazu auch keine Verpflichtung vorsieht. Du solltest also nicht darauf bestehen, mit Euros zu bezahlen, im Zweifel wird das einfach abgelehnt und Du hast ein Problem. Aber mittlerweile kannst Du fast überall mit EC-Karte zahlen und mit der kannst Du seit gut und gerne schon 20 Jahren am Geldautomat einer dänischen Bank zu jeder Tages- und Nachtzeit Kronen abheben.

Bloß nicht … Strand und Liege reservieren

Eine Liege am Pool mit dem Handtuch oder eine bestimmte Sandkuhle in der Düne am Strand mit anderen Utensilien zu reservieren, ist in Dänemark verpönt, denn die Dänen sind nicht so besitzergreifend sondern sehr egalitär eingestellt. Der Strand ist für alle da und es gibt keinen Anspruch, ein bestimmtes Fleckchen für die Dauer des ganzen Urlaubs in Besitz nehmen zu dürfen. Solltest Du also versuchen, solche Reservierungen durchzusetzen, wirst Du a. scheitern und b. als typisch “tyskerne“, also „typisch Deutsche“ betrachtet. Das gilt auch für den Bau von Sandburgen, das die Dänen ebenfalls als typisch tysk betrachten. Dafür musst Du an Dänischen Stränden aber auch keine Kurtaxe bezahlen.

Gekommen um zu bleiben – eine Buchrezension.

Bloß nicht … immer nur Siezen

Auch wenn das „Du“ in Dänemark üblich ist, solltest Du Dänen nicht sofort Duzen, denn Dänen wissen durchaus um das „Sie“ in Deutschland und verwenden es mitunter, wenn sie Deutsch mit Dir sprechen. Wenn ein Däne Dich jedoch mit „Du“ anspricht, dann ist das die Einladung, es ihm gleich zu tun und dann solltest Du ihn nicht mehr mit „Sie“ anreden, sondern zum „Du“ wechseln. Und Du solltest Dich auch nicht daran stören, wenn Du von Dänen direkt mit Du angeredet wirst. Die Dänen kennen untereinander kein „Sie“. Da spricht der Angestellte auch seinen Chef mit Du und dem Vornamen an. Ganz praktisch kann man vom Du ausgehen, ich selbst wurde nur selten auf Deutsch von Dänen mit „Sie“ angesprochen. Wenn dann meist in einem Büro eines Ferienhausvermieters.

Bloß nicht … die Schuhe anlassen

Wer ein fremdes Haus betritt, zieht sich in Dänemark die Schuhe aus! Immer! Alles andere gilt als ausgesprochen unerzogen und unhöflich. Das gilt auch für das Ferienhaus, das Du mietest. Hinter der Eingangstür Straßenschuhe aus und Pantoffeln anziehen! Wir haben das schon erlebt, dass ein Handwerker, den wir wegen einem Mangel am Ferienhaus bei der Agentur angefragt haben, als aller erstes hinter der Türschwelle die Schuhe ausgezogen und die Reparaturarbeiten in Socken ausgeführt hat. Also: Betrittst Du in Dänemark ein fremdes Haus, sei so gut und zieh die Schuhe aus!

Bloß nicht … nackt in die öffentliche Sauna

Obwohl die Dänen mit Nacktheit, FKK und ähnlichem kein Problem haben und wirklich unverklemmt sind, ist es in den meisten öffentlichen Saunen unschicklich, sich nackt aufs Handtuch zu setzen. Auch wenn die Saunen nach Geschlecht getrennt sind, behält man seine Badehose oder den Badeanzug oder Bikini an. Es kann Dir sonst durchaus passieren, dass Dänen Dir in der Sauna sagen, dass Du bitte nicht nackt in der Sauna sitzen, sondern eben Badebekleidung anhaben sollst. In privaten Saunen ist das wieder anders. In deinem Ferienhaus mit eigener Sauna wirst Du einen Hinweis finden, was dort gewünscht ist. Fehlt ein Hinweis in der Gästemappe oder ein Schild in der Saune, darfst Du nackt schwitzen.

Bloß nicht … prahlen

Dänen sind in der Regel Meister des Understatements. Man prahlt nicht mit seinen Besitztümern und Fähigkeiten. Dicke Rolex am Arm des Herren oder Blingbling-Brillies am Hals der Dame und der knallrote Ferrari vor der Tür? Wer auf „dicke Hose“ macht und Eindruck schinden will, der macht sich schnell unbeliebt und wird nicht respektiert sondern eher bedauert oder belächelt. Es gilt auch hier wie so oft das Motto „Bare rolig“.

Bloß nicht … als Ein-Mann-Modenschau rumlaufen

Die Dänen sind, wie oben bereits erwähnt, eher für ein Understatement und mögen es auch bei der Bekleidung eher leger, entspannt und komfortabel. Bei speziellen Anlässen wird sich auch mal fein angezogen, aber im Alltag ist „casual“ und bequem angesagt. Wer also im feinsten Anzug und Krawatte im Supermarkt einkaufen geht oder meint, immer den schicksten und teuersten Fummel oder Klamotten in aberwitzig bunten Knallfarben zur Schau stellen zu müssen, wird von den Dänen allenfalls mitleidig belächelt. Mit anderen Worten, Du darfst es dir in Dänemark gerne bequem machen. Und keiner guckt Dich schräg an, wenn Du in einer Jogginghose rumrennst oder in Gummistiefeln im Supermarkt einkaufen gehst, es sei denn diese Jogginghose hätte ihre besten Zeiten schon länger und deutlich sichtbar hinter sich und ist zum ausgeleierten Köttelfänger mutiert.

Understatement bedeutet aber nicht, dass Dänen sich schlampig, liederlich oder billig kleiden. Die Dänen können auch hier Zurückhaltung mit Stil und Geschmack kombinieren. Dänische Mode, dänischer Schmuck und dänisches Design sind in der Regel Understatement in schick und edel.

Bloß nicht … Danke sagen vergessen

Die Dänen sind sehr höflich und zwar zu Fremden wie auch untereinander. Und sie meinen das auch ernst und herzlich und nicht etwa oberflächlich. Ob beim Bezahlen an der Supermarktkasse oder im Restaurant oder auch bei privaten Gastgebern, ein deutliches Danke-Sagen wird erwartet. Ein Mange Tak geht jedem leicht von den Lippen. Auch „Vielen Dank“ oder „Thank you“ werden verstanden und kommen gut an. Eine tolle Sitte, wie ich finde.

Bloß nicht … Rex, Pfiffi und Waldi alles durchgehen lassen

„Der will doch nur spielen“ – Es gibt Hundebesitzer, denen sind ihre Vierbeiner derart wichtig und heilig, dass ihre Hunde quasi alles dürfen und sie ihnen alles durchgehen lassen. Immer ohne Leine, kein Grundgehorsam oder über all mit hin und mit rein. Diesen laissez-fairen Umgang mit Hunden solltest Du in Dänemark unbedingt bleiben lassen. Hab Deinen Hund im Griff! Nimm ihn an die Leine! Warum? Das habe ich hier beschrieben: Bloß nicht mit dem Hund nach Dänemark?

Bloß nicht … das Vertrauen missbrauchen

Wie in diesem Blog schon in anderen Beiträgen erwähnt, kann man in Dänemark oft am Straßenrand Gemüse oder Obst kaufen. Dort steht keiner hinter einem Verkaufstresen. Die Ware liegt einfach in einer Kiste oder einem kleinen Häuschen. Man nimmt beispielsweise einen Sack Kartoffeln und legt das Geld dafür in eine bereitstehende Kassette. Das ist ein typisches Beispiel für das Vertrauen der Dänen. Wer sich hier bedient, ohne zu bezahlen oder gar das Geld klaut und damit dieses Vertrauen missbraucht, ist – sorry – einfach nur ein widerlicher, armseliger Wicht!

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