Reingehört: Volbeat „Rewind, Replay, Rebound“

Die dänische Metal-Band „Volbeat“ hat am 2. August drei Jahre nach dem letzten Studioalbum „Seal the Deal & Let’s Boogie“ ihr neues und damit siebtes Album „Rewind, Replay, Rebound“ an den Start gebracht. Das Album gibt es auch auf Vinyl. Schon vorab brachte die Kopenhagener Kombo einzelne digitale Singleauskopplungen wie zum Beispiel „Leviathan“, „Last Day Under the Sun“ oder den sehr kurzen, erfrischenden Kracher „Parasite“, der keine 40 Sekunden lang ist, zu Gehör.

Es mag der Tatsache geschuldet sein, dass Sänger Michael Poulsen vor nicht all zu langer Zeit Vater geworden ist, dass auf dem Album inhaltlich auch Erinnerungen an Kindertage und vergangene Zeiten thematisiert werden. Es werden glückliche Zeiten von früher zitiert aber auch solche, die herausfordernd oder einschneidend waren. Bei „Last Day under the Sun“ heißt es beispielsweise: „The memories are all we have, so keep them safe and sound” und der Song stellt Fragen in den Raum: “Is your life okay? Is it who you are? Are you right on track, or has it gone too far?“

Potente Gastmusiker

Volbeat hat sich für einige Stücke potente Gastmusiker an Bord geholt. Mia Maja ist als Backgroundsängerin durch das ganze Album zu hören. Weil sich der Harlem Gospel Choir beim letzten Album bei einem Song offenbar bewährt hat, ist der der Chor auf dem neuen Album bei drei Titeln zu hören. Der Frontman von „Clutch“, Neil Fallon greift beim Stück „Die to Live“ gemeinsam mit Poulsen zum Mikrofon. Das Stück ist eine coole Mischung aus zunächst schnellem, derbem Punksound, der dann auf Rock ‘n Roll schwenkt. Aber nicht nur beim Gesang sind Gäste an Bord. Pianist Raynir Jacob Jacildo sorgt am Klavier für Support, Doug Corocran ist mit seinem Saxophon dabei. Und beim Stück „Cheapside Sloggers“ zupft Gary Holt, den man von Slayer kennt, herrlich derbe seine Metal-Gitarre.

Ein sehr schönes Stück des neuen Albums ist beispielsweise „Pelvis on Fire“, dass Poulsen selbst als „Rock’n Roller im Stil der 1950er“ Jahre bezeichnet. Insgesamt ist das Album melodiös und eher rockig und weniger hart-derbe und metallisch, als frühere Alben. Das Stück mit dem Titel „7:24“ ist schon fast eine poppige Ballade. In die Richtung klassische Rockballaden der 1980er gehen „Rewind the Exit“, „Cloud 9“ und „When we were Kids“. Letzteres wird aber hinten raus dann etwas krachiger.

Aber es gibt auch schöne derbe Stücke mit fetten Gitarrenriffs und schnellen Drums wie „The Everlasting“ zu hören.

Das Marketing-Geschwurbel des Plattenlabels verspricht: „unglaublich druckvollen Psychobilly Punk & Roll-Sound“. Insgesamt ist „Rewind, Replay, Rebound“ stilistisch ein typisches und sehr gelungenes Volbeat-Album, das sowohl von der Musik als auch dem „Elvis-artigen“ Gesang von Frontman Michael Poulsen lebt. Ein bunter Mix, meist sehr melodisch und immer wieder schön derbe „metallern“. Beim Stück „Sorry Sack of Bones“ hört man Anleihen an Metallica, mit denen die Dänen schon auf Tour waren. Bedenkt man, dass Metallica-Drummer Lars Ullrich gebürtiger Däne ist, kann man sich denken, dass die beiden Bands einen guten Draht zueinander haben. Schließlich war Ullrich auch Gastmusiker beim fantastischen Volbeat-Konzert im restlos ausverkauften Telia Park in Kopenhagen, von dem es einen tollen Mitschnitt und ein Konzertvideo gibt. Ich habe mich beim Durchhören des Albums bei keinem Stück gelangweilt. Für mich ist es eine sehr gelungene Scheibe – ok CD – die die Dänen hier vorgelegt haben. Sie ist aber auch deutlich kommerzieller und mainstreamiger als frühere Alben, die deutlich härter und metalliger waren.

Volbeat gehe auch auf Tour – hier deshalb die Tourdaten:

01.11.2019 Berlin, Mercedes-Benz Arena
03.11.2019 Stuttgart, Schleyerhalle
07.11.2019 Frankfurt, Festhalle
08.11.2019 München, Olympiahalle
10.11.2019 Leipzig, Arena
11.11.2019 Hamburg, Barclaycard Arena
14.11.2019 Köln, Lanxess arena
17.11.2019 Aut – Wien, Stadthalle