Er sieht so lecker aus, wie er schmeckt! :-) (Foto: Andreas Lerg)
Lækker

Gulerodskage – Dänischer Karotten-Kuchen Rezept & Anleitung

Frischer als aus dem eigenen Garten geht es nicht. (Foto: Andreas Lerg)
Frischer als aus dem eigenen Garten geht es nicht. (Foto: Andreas Lerg)

Bei meinem Neustart mit dem eigenen Garten hatte ich mir auch ein Hochbeet angelegt und darin unter anderem als erstes Gemüse auch Karotten ausgesät. Die Karotten sind tatäschlich gut gewachsen und bei der ersten Ernte hatte ich sofort im Kopf, was ich mit den Dingern anstellen wollte. Ich wollte mir ein Stück Dänemark backen, einen Gulerodskage, also einen echten dänischen Karottenkuchen. Der ist lecker und saftig und durchaus mit dem schottischen Carrotcake verwandt. Nur das die Dänen einen spezielle Zutat haben, die dem ganzen den typischen Geschmack geben.

Brun Farin

Diese spezielle Zutat ist der „Brun Farin“. Das ist eine Mischung aus braunem Zucker und Rohrzuckersirup (Melasse). Dadurch ist dieser Brun Farin nicht einfach nur süß, sondern hat einen speziellen Geschmack, den man als herb-malzig bezeichnen könnte. Den gibt es aber bei uns nicht im Handel. Aber ich habe mir gedacht, dass man das Zeug doch selbst machen können müsste.

Also habe ich das für meinen ersten Gulerodskage einfach ausprobiert. Ich habe von der vorgegebenen Menge (siehe Zutatenliste) einfach zwei Drittel braunen Zucker mit einem drittel Zuckerrübensirup (Graftschafter Goldsaft) kräftig vermischt und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Und siehe da, die Konsistenz und der Geschmack waren durchaus nicht weit weg vom Original.

So sieht der selbstgemachte „Brun Farin“ aus. (Foto: Andreas Lerg)
So sieht der selbstgemachte „Brun Farin“ aus. (Foto: Andreas Lerg)

Die Konsistenz kann man als braune, zuckrige, zähe, klumpige Masse beschreiben. Damit man diese in einer Rührmaschine verarbeiten kann, sollte man diese ein paar Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, also zumindest den selbst gemachten Brun Farin. Beim Anrühren muss dann Flüssigkeit dazu, damit das „teigig“ wird und dazu eignet sich Rapsöl.

Karotten

Die Karotten im Gulerodskage werden möglichst frisch fein geraspelt. Sie geben dem Kuchen zum einen den Geschmack und machen ihn zum anderen auch schön saftig. Und diese Raspel geben dem Teig und dem fertigen Kuchen auch seine lockere Textur.

Den Teig machen

Du brauchst eine Küchenmaschine oder ein elektrisches Handrührgerät. Damit wird der Teig schön gleichmäßig. Den Teig mit dem Handschneebesen anzurühren wäre arg viel Arbeit und ob man so einen homogenen Teig bekommt?

Gib zunächst die 200 Milliliter Rapsöl oder alternativ die zerlassene Butter in die Schüssel und dann Deinen Brun Farin oder den Braunen Zucker. Das jetzt gründlich glatt rühren, damit sich Öl und Zucker gut vermischen. Danach gibst Du die vier aufgeschlagenen Eier dazu. Wieder gründlich glattrühren. Jetzt das Mehl mit dem Backpulver, dem Natron, dem Salz und dem Zimt vermischen und das ganze dann zu der bisherigen Mischung unter ständigem Rühren dazu geben. TIPP: Hau die Mehlmischung nicht auf einmal rein, sondern gib sie Esslöffelweise unter ständigem Rühren dazu. Dadurch wird der Teig sehr schön homogen und glatt. Es klumpt nichts.

Zum Schluss gibst Du die geraspelten Karotten dazu. Sollten diese Wasser gezogen haben, dann drücke sie etwas aus und gieße das Wasser ab. Der Teig wird auch so schon nass genug. Mische die Karotten gut unter, damit der Teig gleichmäßig wird und nicht irgendwo ein „Karotten-Raspel-Klumpen“ entsteht.

So sieht der fertig glatt gerührte Teig aus, nachdem er in die Backform gegeben wurde. (Foto: Andreas Lerg)
So sieht der fertig glatt gerührte Teig aus, nachdem er in die Backform gegeben wurde. (Foto: Andreas Lerg)

Backen

Nimm eine runde Springform. Diese entweder mit Backtrennspray einsprühen, oder – wenn Du dieses Zeug genau so wenig magst wie ich – einfach einfetten und dann mit Mehl abstäuben. Dann hinein mit dem Teig. Der Teig ist recht flüssig und verteilt sich daher quasi von alleine gleichmäßig in der Form.

Der Kuchen geht beim Backen schön auf und nimmt eine goldbraune Farbe an. (Foto: Andreas Lerg)
Der Kuchen geht beim Backen schön auf und nimmt eine goldbraune Farbe an. (Foto: Andreas Lerg)

Dann ab in den auf 190 Grad vorgeheizten Backofen. Die Backzeit beträgt 45 bis 50 Minuten. Mach die „Stäbchenprobe“: Du nimmst ein Holzstäbchen – z.B. ein Schaschlik-Stäbchen – steckst das in den Kuchenzeit und ziehst es wieder heraus. Wenn dabei kein Teig am Holz klebt, sondern es sozusagen sauber wieder raus kommt, ist der Kuchen durch.

Der fertig bebackene Gulerodskage. (Foto: Andreas Lerg)
Der fertig bebackene Gulerodskage. (Foto: Andreas Lerg)

Die Glasur aus Frischkäsecreme

Die typische Glasur ist eigentlich keine echte Glasur in dem Sinne. Es ist eine Schicht aus mit Butter und Zucker angerührter Frischkäsecreme. Diese wird mit Vanille aromatisiert und als Dekoration werden gerne gehackte Pistazien darüber gestreut.

So sieht die angerührte Frischkäsecreme aus. (Foto: Andreas Lerg)

So sieht die angerührte Frischkäsecreme aus. (Foto: Andreas Lerg)

Rühre alle Zutaten aus der Liste mit einem Rührgerät glatt zusammen. Die Butter sollte richtig weich sein, sonst hast Du Butterklumpen in der Creme und musst diese ewig rühren, um diese Klumpen weg und die Creme glatt zu bekommen.

Die Frischkäsecreme schön dick und großzügig auf dem Kuchen verteilen. (Foto: Andreas Lerg)
Die Frischkäsecreme schön dick und großzügig auf dem Kuchen verteilen. (Foto: Andreas Lerg)

Die Creme verstreichst Du dann großzügig auf dem Gulerodskage. Ich habe dann noch Pistanzen darüber gestreut. Manche nehmen andere Nüsse, oder auch geriebene Karotten-Raspeln. Oder sie verzichten auch auf diese Garnitur und essen den Gulerodskage nur mit der Creme drauf.

Dann kannst Du den Kuchen noch garnieren. Ich habe Pistanzienkerne darüber gestreut. (Foto: Andreas Lerg)
Dann kannst Du den Kuchen noch garnieren. Ich habe Pistanzienkerne darüber gestreut. (Foto: Andreas Lerg)

Und wie schmeckt er

Ich muss sagen, für meinen tatsächlich ersten Versuch absolut hammermäßig köstlich. Der Kuchen ist sehr schön saftig und hat einen malzig-süßen, karottigen Geschmack. Der Zimt ist ganz leicht zu schmecken, erschlägt aber nicht alle anderen Aromen. Das Rezept ist einfach nachzubacken. Was halt etwas Arbeit macht, ist das Raspeln der Karotten, wenn man da keine Küchenmaschine für hat. aber ansonsten echt kein Hexenwerk. Der Gulerodskage, dieses Stückchen Dänemark, kommt mir wohl öfter auf den Tisch, denn im Hochbeet reifen noch einige Karotten der Ernte entgegen.

Der Kuchen ist sehr schön saftig und hat einen malzig-süßen, karottigen Geschmack. Der Zimt ist ganz leicht zu schmecken, erschlägt aber nicht alles. (Foto: Andreas Lerg)
Der Kuchen ist sehr schön saftig und hat einen malzig-süßen, karottigen Geschmack. Der Zimt ist ganz leicht zu schmecken, erschlägt aber nicht alles. (Foto: Andreas Lerg)

Weihnachts-Variante

Dieser Gulerodskage, den ich gebacken habe, ist quasi die Sommer-Variante. Diese Sommervariante wird manchmal auch mit Vanille anstatt oder zusätzlich zum Zimt gewürzt. Manche geben auch Zitronen- oder Orangenabrieb dazu. Ich habe mich aber an ein traditionelles Originalrezept gehalten

In der Weihnachtszeit wird der Gulerodskage in Dänemark gerne mit weiteren Gewürzen ergänzt. Da wären Kardamom, Nelken oder Anis zu erwähnen, die dann an den Teig gegeben werden, um dem traditionellen dänischen Karottebn-Kuchen etwas weihnachtlichen Geschmack zu verleihen.

Der Kuchen ist sehr schön saftig und hat einen malzig-süßen, karottigen Geschmack. Der Zimt ist ganz leicht zu schmecken, erschlägt aber nicht alles. (Foto: Andreas Lerg)
Der Kuchen ist sehr schön saftig und hat einen malzig-süßen, karottigen Geschmack. Der Zimt ist ganz leicht zu schmecken, erschlägt aber nicht alles. (Foto: Andreas Lerg)

Zutaten für den Kuchenteig

  • 375-400 Gramm fein geraspelte Karotten
  • 275-300 Gramm Weizenmehl
  • 300 Gramm Brun Farin (den kann man auch selbst machen) oder braunen Zucker als Ersatz
  • 200 Milliliter Rapsöl oder zerlassene Butter
  • 4 Eier Größe M
  • 1 Päcken Backpulver
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1 Teelöffel Natron
  • 2 Teelöffel gemahlenen Zimt

Für die Frischkäsecreme-Glasur

  • 200 g Frischkäse Natur (1 Päckchen)
  • 130 g Butter nicht aus dem Kühlschrank sondern zimmerwarm, damit man sie gut verrühren kann
  • 190 g Puderzucker (durch ein Sieb gestrichen)
  • 2 Päckchen echten Vanillezucker oder alternativ das Mark zweier Vanilleschoten
  • Ein bis zwei Hand voll ganze oder gehackte Pistazien als Dekoration
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