Gelesen: Laekker! Die skandinavische Küche des verrückten Dänen

Eher durch Zufall habe ich auf Amazon das Kochbuch „Laekker! Die skandinavische Küche des verrückten Dänen“ gefunden. Und weil ich einerseits gerne koche und andererseits Dänemark sehr liebe, sprach das Buch gleich zwei Interessen bei mir an. Zum Autor steht in der Beschreibung: „Starkoch Brian Bojsen, Restaurantbesitzer, Koch, Fotograf und Surfer, ein kreativer Tausendsassa am Herd, nimmt uns mit in seine Heimat und zeigt uns Land, Leute, Lebensmittel und jede Menge kreative Rezepte. “ Klang sehr interessant, also habe ich es gekauft.

Was soll ich sagen, das Buch ist klasse. Es ist sehr schick und innovativ gestaltet. Ok, geschenkt, das sind viele solcher Bücher. Vor allem der Inhalt begeistert mich. Denn es ist mehr als „nur“ ein Kochbuch. Tatsächlich erfährt der Leser viel über Land, Leute und (Ess-) Kultur. Alles aus der Perspektive dieses sympathischen Typen. Er lässt uns an der dänischen Art zu leben teilhaben und erklärt auch den in den letzten Jahren fast zum Hype gewordenen Begriff „Hygge“ aus seiner Sicht. Und meiner Meinung nach erklärt er sehr gut, was Hygge für die Dänen bedeutet. Hygge ist mehr als die oft bemühte Übersetzung „Gemütlichkeit“. Hygge fasst das Wesen und Lebensgefühl und die Lebensart der Dänen zusammen. Den Begriff werde ich ein anderes Mal in diesem Blog beschreiben und dem Thema ist auch ein sehr ausführliches Kapitel in meinem Dänemark-Buch „Tante Hilde“ gewidmet, das bald erscheinen wird.

Sehr gut gefällt mir auch Brians Einstellung zum Kochen. So mancher Starkoch im Fernsehen vermittelt einem den Eindruck, dass nur Großmeister wie sie gut kochen können. Aber Brian sieht das anders. Für ihn ist Kochen eben keine hohe Kunst und Schule, die nur Großmeister nach jahrelanger Ausbildung und noch viel längerem Training Beherrschen. Brian sagt Dir als Leser: „Hab keine Angst vorm Kochen. KOCH EINFACH.“

Life of Brian

In diesem Kapitel erfährst Du viel über Brian Bojsen als Koch und Mensch.

Im Vorwort von Seite 4 bis 7 und im Kapitel „Life of Brian: Ohne Leidenschaft ist alles nichts“ stellt Brian sich vor, erklärt, wer er ist, was er tut und was ihn antreibt. Man könnte ja sagen „Was interessiert mich der Koch“, in einem Kochbuch will ich Rezepte zum nachkochen haben. Aber diese Einführung ist tatsächlich sowohl spannend als auch nützlich, denn man versteht, warum Brian Dinge so tut, wie er sie tut und Lebensmittel zo zu bereitet, wie er sie zubereitet. Man findet in diesen beiden einleitenden Kapiteln tatsächlich auch viel vom Thema „Hygge“ wieder. Beispielsweise den Wunsch, netten Gästen eine gute und fröhliche Zeit zu bescheren. Aber auch zu lieben, was man tut, Lust und Zufriedenheit dabei zu empfinden.

Der Rezepte-Teil

Der Rezepte-Teil des Kochbuches ist dann aufgeteilt in fünf Kapitel. Die Gerichte haben neben der Deutschen Bezeichnung auch immer die dänische Bezeichnung dabei. Kapitel 1 „Vorher – Føst“ bietet eine Reihe sehr interessanter und spannender Vorspeisen. Dabei sind typisch dänische Speisen wie „Dänische Heringsvariationen“ – „Danske Sildvariationer“ – aber auch andere tolle Gerichte wie diverse Cevice-Rezepte. Ceviche kommt eigentlich aus der südamerikanischen, vor allem der peruanischen Küche. Dabei wird Fisch nicht durch Hitze, also kochen oder braten, sondern kalt durch Säure von Zitronen, Limetten oder Essig „gegart“. Aber auch das Rezept „Brians Thuinfischtatar mit Avocadosalsa“ – „Brians tuntatar med avocado-salsa“ – ist spitze.

Die fünf Kapitel mit Rezepten

Es schließt sich das Kapitel 2 „Küstenküche und dänische Klassiker – Kystkøkkenet og danske klassikere“ an. Und das bietet im Prinzip genau das: Typische dänische Gerichte und Mahlzeiten, aber eben in einer neuen und spannenden Interpretation. Da wäre allerlei essbares aus dem Meer wie „Miesmuscheln in Weißwein-Tomaten-Sauce“ – „Blåmuslinger in en hvidvon-tomat-sauce“. Aber auch ein typischer Klassiker namens „Burning Love“ – „Braendende kaerlighed“ – bei dem im Wesentlichen Kartoffelpüree und Fisch auf den Teller kommen. Brian interpretiert aber dabei auch typisch dänisches Fastfood neu. Aus dem normalen Hotdog, wie man ihn in dänischen Städten an jeder Imbissbude bekommt, wird ein „Makrelen-Hotdog“ – „Makrel-hotdog“. Natürlich darf auch die bekannte dänische Spezialität Leberpastete nicht fehlen. Im Rezept „Leberpastete mit Bacon und Pilzen“ – „Leverpostej med bacon og championer“, erfährst Du, wie Du diese Pastete komplett selbst zubereiten kannst.

Die Rezepte sind alle ausführlich beschrieben. Du ergährst alle Zutaten, manchmal mögliche Alternativen, wenn etwas nicht verfügbar ist und natürlich auch die genaue Zubereitung.

Kapitel 3 trägt den Titel „Einfach geil – Simpelten laekkert“. Hier ist der Name Programm, denn Brian zeigt Dir hier, wie einfach viele leckere Gerichte zubereitet werden können. Und es geht hier natürlich nicht darum, etwas provokant formuliert, eine Handvoll Nudeln in kochendes Salzwasser zu werfen und danach mit Ketchup zu übergießen. Da gibt es „Gegrillter Caesar Salad“ – „Grillet Caesarsalat“, der in 30 Minuten zubereitet ist. Brian zeigt Dir, wie Du „Dänisches Brot für Brioche, Burger & Co“ – „Dansk brød til brioche, burger og co“ zubereiten kannst. Vom Herstellen des Teiges bis zum Ausbacken der verschiedenen Brotarten, die Du dann für andere Gerichte einsetzen kannst, erfährst du den ganzen Prozess. Dann kannst Du damit beispielsweise unglaublich lecker Burger bauen, für die Brian auch wieder tolle Rezepte liefert. Beispielsweise den „Surf-and-Turf-Burger á la Brian“ bei dem sich Rindfleisch und Hummer auf dem selbst gebackenen Burger-Brötchen begegnen. In dem Kapitel kannst Du viele leckere Entdeckungen machen und zubereiten, bis hin zu „Fried Duck Asia Style – Stegt and asia style“.

Im „Beilagen-Baukasten – Sides-vaerktojkassen“ bekommst Du unter anderem sehr viele Rezepten für Soßen, Mayonnaisen, Dressings, Chutneys und Salsas.

Kapitel 4 nennt sich „Beilagen-Baukasten – Sides-vaerktojkassen“. Und es ist im Prinzip genau das! Du lernst, wie Du „Grillgemüse á la Brian“ – „Grillede grøntsager á la Brian“ zubereitest. Du lernst wie Du „Eingelegte süße Rote Beete“ – „Søde syltede rødbeder“ machst. Du bekommst eine ganze Armada an Rezepten für Soßen, Mayonnaisen, Dressings, Chutneys und Salsas. Du lernst, wie man „Kräuterbutter – Kryddersmør“ macht oder „Süße Schalotten“ – „Søde Skalotteløg“ einlegt.

Nachtisch darf bei den Dänen nicht fehlen und auch diesem ist ein Kapitel gewidmet, dass zudem noch einen hochprozentigen. Abschluss hat.

Vomit endet ein leckeres Essen meistens? Und womit endet es vor allem in Dänemark? Richtig! Mit dem Nachtisch. Und dem widmet sich das Kapitel 5 „Nachher – Bagefter“. Hier begegnen mir und Dir natürlich viele der typischen dänischen Klassiker wie „Rote Grütze mit Vanillesahne“ – „Rødgrød med flød“, „Mandelmilchreis mit Kirschsoße – Ris á lámande med kirsebaersovs“ und mein Lieblingsnachtisch „Omas Apfelkuchen im Glas“ – „Farmors aeblekaege i glas“. Du bekommst aber auch das Rezept für „Kopenhagener“ – „Wienerbrød“ und das eine oder andere dänische Gebäck oder leckeren Kuchen und Torten.

Aber das Kapitel hat noch einen zweiten Teil namens „Skandinavisch angeschickert – staatlich anerkannt“. Darin zeigt Brian dir eine Vielzahl leckerer Cocktails, denn er hat auch schon als Barkeeper gearbeitet. Da gibt es die „Crazy Dansk Lemonade“ oder den „Scandinavian Summer Gin“.

Mein Fazit:

Das Kochbuch „Laekker! Die skandinavische Küche des verrückten Dänen“ ist eine absolute Bereicherung für alle, die zum einen Dänemark lieben und zum anderen gerne am Herd stehen und diese beiden Leidenschaften verbinden wollen. Das Buch ist ein Genuss und die darin angebotenen Rezepte und Gerichte sowieso.

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